COVID UPDATE November 2020 

24 de novembro de 2020 by in category COVID-19, Sem categoria with 0 and 0

COVID UPDATE November 2020 

Grippeschutzimpfung könnte auch Schutz vor Covid-19 bieten 

Nicht nur Covid-19 – auch die Influenza fordert jedes Jahr viele Todesopfer. Die regelmäßige saisonale Grippeschutzimpfung könnte viele dieser Todesfälle verhindern. Einiges deutet darauf hin, dass Geimpfte möglicherweise auch Sars-CoV-2 mehr entgegenzusetzen haben.1 

Lesedauer: 2 Minuten 

Ähnliche Risikogruppen
Jedes Jahr versterben weltweit zwischen 290.000 und 650.000 Menschen an Grippe. Ganz ähnlich wie bei Covid-19 sind auch hier Ältere und Menschen mit Komorbiditäten besonders durch schwere Verläufe gefährdet. Die jährliche Grippeschutzimpfung wird daher zur Prävention vor allem in diesen Risikogruppen empfohlen.
Möglicherweise kann die Influenza-Impfung aber noch mehr, als nur vor Grippe zu schützen. So wurden kreuzprotektive Effekte von Impfungen wie z.B. der BCG-Impfung nachgewiesen, die vor allem auf einen langfristigen Trainingseffekt auf die angeborene Immunität zurückgeführt werden. Mehrere epidemiologische Untersuchungen in der jetzigen Pandemie deuten darauf hin, dass die Grippeschutzimpfung auch einen gewissen Schutz vor Covid-19 bietet.
Die Untersuchung von Wissenschaftlern um Priya A. Debisarun von der Radboud Universität in Nijmegen und Kollegen von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf deutet ebenfalls in diese Richtung. Ausgewertet wurden hier die Daten von 10.600 Mitarbeitern des medizinischen Zentrums der Radboud Universität, von denen sich 184 mit SARS-CoV-2 infiziert hatten.
Von den Mitarbeitern, die in der Saison 2019/2020 eine Grippeimpfung mit einem tetravalenten Impfstoff erhalten hatten, infizierten sich 1,33 %, von den Ungeimpften dagegen 2,23 %. Dies würde einer Risikoreduktion von 39 % entsprechen. Eine Kausalität wird dadurch nicht belegt – denkbar wäre z.B., dass Geimpfte insgesamt einen gesünderen Lebensstil haben oder sich ganz allgemein besser vor Ansteckung schützen.

Verstärkte Immunantwort auf SARS-CoV-2 nach Kontakt mit Grippeimpfstoff

Darüber hinaus versuchten die Forscher durch Zellkulturuntersuchungen möglichen zugrundeliegenden Mechanismen auf die Spur zu kommen. Dazu isolierten sie Immunzellen (monoklonale Zellen aus dem peripheren Blut – PBMCs) von gesunden Spendern und versetzen sie mit einem tetravalenten Influenzaimpfstoff.
Die so „trainierten“ Zellen zeigten dann nach Kontakt mit SARS-CoV-2 eine deutlich stärkere Immunantwort mit vermehrter Freisetzung von Interleukin-1RA, Interleukin-6 und Interferon-γ als Zellen ohne Exposition gegenüber dem Grippeimpfstoff. Dieser Effekt war noch deutlich stärker, wenn die Zellen zusätzlich auch dem BCG-Impfstoff gegen Tuberkulose ausgesetzt waren.
Auch diese Daten sprechen dafür, dass die Grippeschutzimpfung im gewissen Maße auch vor Covid-19 schützten könnte. Allerdings sind die auf „medRxiv“ veröffentlichen Ergebnisse noch nicht von unabhängigen Wissenschaftlern beurteilt worden und es werden sicherlich weitere Studien notwendig sein, um den Zusammenhang zu bestätigen.

 

Wie hängen Schweregrad der Erkrankung & Antikörperantwort zusammen?
Forscher haben die Antikörperantwort von Covid-19-Patienten in Deutschland untersucht, um neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Krankheitsverlauf und der Immunreaktion zu gewinnen und mögliche Schutzkorrelate zu identifizieren, die für die Entwicklung von Impfstoffen und therapeutischen Antikörpern benötigt werden. 1,2

Zwei Säulen der erworbenen Immunität

Neben Prozessen der angeborenen Immunantwort sind vor allem zwei Säulen der erworbenen Immunität von zentraler Bedeutung für die Immunabwehr des Coronavirus SARS-CoV-2: Zum einen die Bildung von spezifischen Antikörpern (Immunglobulinen), die das Virus neutralisieren und inaktivieren können. Diese Immunantwort wird als humorale Immunantwort bezeichnet. Eine weitere Säule ist die Bildung spezifischer Immunzellen (T-Zellen), die zelluläre Immunantwort, die infizierte Zellen abtöten kann.

143 Covid-19-Patienten untersucht

Forschungsteams des Paul-Ehrlich-Instituts um Prof.Barbara Schnierle und Dr. Heinrich Scheiblauer haben gemeinsam mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des Universitätsklinikums Frankfurt/Main und des Leibniz-Institut für Primatenforschung (Göttingen) die humorale Immunantwort – die Antikörperbildung – in einer Kohorte von 143 Covid-19-Patienten des Universitätsklinikums Frankfurt/Main charakterisiert.
Sie wiesen SARS-CoV-2-spezifische Antikörper mittels Enzym-linked Immunosorbent-Assay (ELISA) nach. Die Neutralisierungsaktivität –also die Fähigkeit der Antikörper, die Anbindung des Virus SARS-CoV-2 an die zellulären ACE2-Rezeptoren und damit die Infektion neuer Zellen zu neutralisieren – wurde mit sogenannten pseudotypisierten lentiviralen Vektoren analysiert. Dabei handelt es sich um vermehrungsunfähige Viruspartikel, die mit dem Spikeprotein des SARS-CoV-2-Virus bestückt sind und wie CoV-2 an die ACE2-Rezeptoren binden können.

Korrelation zwischen Schwere der Erkrankung und Antikörper-Spiegel

Rund drei Viertel der 143 Covid-19-Patienten hatten eine leichte Erkrankung. Bei älteren Patienten, insbesondere bei Männern, traten jedoch häufiger schwere Fälle auf. Der klinische Schweregrad der Erkrankung war positiv korreliert mit dem Spiegel (Titer) SARS-CoV-2-neutralisierender Antikörper in den Serumproben der Patienten. Darüber hinaus korrelierten die Spiegel bestimmter Antikörper, die Immunglobuline (Ig) IgGund IgA, die gegen das SARS-CoV-2-Spikeprotein oder die Rezeptorbindungsdomäne (RBD) im Spikeprotein gerichtet waren, mit der Schwere der Erkrankung. Bei den Patienten mit einem klinisch weniger schweren Verlauf wurde eine Abnahme der IgG-Antikörper-Spiegel in später entnommenen Blutproben festgestellt.

Insgesamt waren die neutralisierenden Antikörpertiter von Patientinnen und Patienten mit leichter Erkrankung sehr niedrig. Höhere Titer wurden nur bei Patientinnen und Patienten mit schwerer Erkrankung festgestellt. Dies bestätigt früher berichtete Beobachtungen, dass die meisten rekonvaleszenten Plasmaproben von Personen, die sich von Covid-19 erholt haben, keine hohe neutralisierende Aktivität aufweisen.

Beeinflusst unsere Blutgruppe das Covid-19-Risiko?

Warum merken die einen fast nichts von einer Infektion mit dem neuen Coronavirus, während andere Fälle tödlich verlaufen? Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die Blutgruppe eine Rolle spielen könnte.
Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Infektion mit dem Coronavirus künstliche Beatmung zu benötigen, soll bei ihnen doppelt so hoch sein wie bei Menschen mit der Blutgruppe 0.

Forscher vergleichen Blutproben 

Diese Ergebnisse veröffentlichten deutsche und norwegische Forscher bereits im Sommer in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine. Für die Studie untersuchten sie 1610 Patienten, welche aufgrund von Covid-19 unter Atemversagen litten. Die entnommenen Blutproben verglichen sie mit denjenigen von gesunden Menschen.

Drei neue Studien 

Mitte Oktober erhärteten zwei weitere Studien diese Ergebnisse: Sie bestätigten einen leichteren Verlauf von Covid-19, wenn man der Blutgruppe 0 angehört. Auch Forscher der Uni Graz in Österreich befassen sich mit der Frage, wie die Blutgruppe und das Erkrankungsrisiko zusammenhängen – zum Teil mit anderen Ergebnissen als ihre Kollegen.

Antigene spielen eine Rolle

In einer aktuellen Medienmitteilung erklären die Wissenschaftler, welchen Einfluss die Funktion und der Aufbau der unterschiedlichen Blutgruppen im Zusammenhang mit Krankheiten haben. So transportieren rote Blutkörperchen Sauerstoff und Kohlendioxid durch die Blutbahnen. Auf ihrer Oberfläche stecken unterschiedlich viele Kohlenhydrate und Eiweisse, die auch Antigene genannt werden.

Jede Blutgruppe hat unterschiedliche Antigene

Je nach Zusammensetzung ergibt sich eine bestimmte Oberflächenstruktur. Bei Menschen mit der Blutgruppe 0 findet man keines dieser Antigene auf der Blutkörperchenhülle. «Pathogene wie Bakterien oder Viren können sich selektiv an Blutgruppenstrukturen binden und die Besiedelung des betroffenen Gewebes, oder die Aufnahme in die Zellen beeinflussen», erklärt die Studienleitern Eva Maris Matzhold, Molekularbiologin an der Med Uni Graz.

Einfluss auf den Schweregrad

«Unsere Studienergebnisse zeigen, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 eine statistisch signifikant geringere Wahrscheinlichkeit haben, an COVID-19 zu erkranken als Menschen mit anderen ABO Phänotypen (Blutgruppe A, B oder AB)», berichten die Forscher*innen. Dass die Blutgruppe hingegen einen Einfluss auf den Schweregrad der Erkrankung haben soll, konnten sie nicht bestätigen.

Auch weitere Genetische Merkmale Einfluss auf Schweregrad

Auch weitere genetische und epigenetische Merkmale , wie HLA haben einen Einfluss auf den Verlauf und Schweregrad von COVID 19

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