Affenpocken in der Praxis – D

Derzeit breiten sich die Affenpocken weiter weltweit aus, so auch in Deutschland. Hauptsächlich betroffen sind dabei derzeit noch Männer, die Sex mit Männern haben. Dr. Jansen und Dr. Schellberg richten im Rahmen des diesjährigen STI-Kongresses in Berlin den Blick auf häufige Differentialdiagnosen, Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Affenpocken.

 

Wissenswertes über die Affenpocken

  • Hauptverbreitungsgebiet der Affenpocken sind Zentral- und Westafrika.
  • Affenpocken gehören zu den Zoonosen und werden zumeist von Eichhörnchen und Nagetieren übertragen, der Mensch ist ein Fehlwirt.
  • Die sich derzeit weltweit ausbreitende Form der Affenpocken gehört zur Westafrikanischen Klade mit einer Sterblichkeitsrate von < 1%.
  • Es gibt sowohl eine Impfung ab 18 Jahren als auch eine Therapie gegen Affenpockenviren.
  • Aktuell (Stand: 22.06.2022) empfiehlt die STIKO hierzulande eine Impfung für MSM mit wechselnden Geschlechtspartnern sowie für exponiertes Speziallaborpersonal.

Vergleichsweise kurze Infektionsketten

Zwar ist die Übertragung der Affenpockenviren von Mensch zu Mensch eher ungewöhnlich, dennoch bestehe derzeit keine besondere Gefährdung der Allgemeinbevölkerung. Der R0-Wert für das Affenpockenvirus liegt bei 0,3, eine Weitergabe des Virus ist demnach erschwert. Dies spiegelt sich gleichermaßen in der Länge der typischen Infektionsketten wieder. Die längste Infektionskette von Mensch zu Mensch umfasste 6–9 Infizierte.

Enger Kontakt mit Haut oder Leibeswäsche sowie Körperflüssigkeiten notwendig

Die Übertragung der Affenpocken erfolgt mittels enger körperlicher Kontakte, Sexualität sowie über Körperflüssigkeiten und die infektiösen Bläscheninhalte der Hautläsionen Betroffener. Ebenso tragen kontaminierte Oberflächen und Kleidungsstücke sowie Bettwäsche zu einem Übertragungsrisiko bei.

Kennen Sie sich mit der Meldepflicht aus?

Die Meldepflicht für Affenpockenviren ergibt sich aus dem Infektionsschutzgesetz in Form der „weiteren bedrohlichen Infektion“. Die namentliche Meldung ergeht durch den Arzt oder das Testlabor an das jeweilige zuständige Gesundheitsamt. Die Gesundheitsämter wiederum melden an die Landesbehörden, welche die Statistik schließlich an das RKI übermitteln.

Allerdings scheint es derzeit, wie auch schon aus der Coronavirus-Pandemie bekannt, zu einigen missverständlichen Anweisungen seitens der Gesundheitsbehörden zu kommen. Quarantänepflicht und –dauer werden deutschlandweit z.T. sehr unterschiedlich gehandhabt, was Ärzteschaft und Betroffene gleichermaßen verunsichert.

 

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